21. Türchen
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*Werbung* 5. Adventskalender-Geschichte 2022 Türchen 21.

 

Adventskalender-Geschichte Türchen 21.

 

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Hey, Hallo und schön, dass Ihr da seid.

Mit Türchen 21 haben wir nun nur noch drei Türchen vor uns.
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.
Eure Lesemamas

 

Das heutige Türchen 21. kommt von der Autorin Enya Kummer

 

Die Worte hatten nicht wirklich zur Klärung beigetragen und so gingen die Blicke ratlos und fragend hin und her. Karin seufzte. Irgendwie wurde ihr das alles zu viel. Auserwählt zu sein, war sicher eine Ehre. Aber all die Figuren, die sie kannte, hinterließen bei ihr nur wirre Gedanken. Sie musste raus, einen Moment Atem schöpfen, sich distanzieren von dem Trubel und dem Geschehen hier.
Sie trat vor die Tür. Ein eisiger Wind trieb Schnee über den Weg. Sie schauderte. Fiel in die Erinnerung an das Leben, das sie vor zwei Tagen noch geführt hatte.
Kein Wunder, dass sie ohne nachzudenken vor den Anforderungen des Lebens geflohen war. Wie hatte sie die letzten Wochen verbracht? War vorbeigelaufen an Menschen ohne Gesichter, ohne sie wahrzunehmen. Oberflächlich. Die Gedanken nur auf Erfolg und Geld gerichtet. Kälte kroch in ihr Inneres. Sie umschlang ihren Körper mit den Armen, starrte in das Schneegestöber. Das diffuse Grau lichtete sich, ein Bild entstand vor ihr, nebulös noch. Sie sah die alte Frau, die mit der viel zu großen Schaufel Eisplacken vom Gartenweg kratzte. Das Wolltuch umhüllte den Kopf, rote Apfelbäckchen leuchteten Karin entgegen. Die Frau lächelte.
Sie sah den Mann in der zerschlissenen Jacke, der seine große Hand um ihre legte. Dann das Haus mit dem Reetdach, fest in erstarrter Natur. Vertraut. Karins Herz pochte. So musste sich Zuhause anfühlen. Wann hatte sie es verloren?
War es das? Sollte sie sich wieder auf das besinnen, was ihr früher so wertvoll erschienen war? Auf längst vergessene Tage voller Wärme. Wieder überfielen sie die Erinnerungen an die Großeltern, an heiße Milch mit Honig, an Plätzchenbacken und … ja, an ein Weihnachten, als noch die alten Lieder einen Zauber über die geschmückten Räume legten. Als die Kälte draußen ihnen nichts anhaben konnte, weil das gemeinsame Erleben alles wettmachte.
Der Mann der Träume – wer war er? Karin konnte ihn nicht mit den Gestalten da drinnen verbinden. War er es, der alles wieder geraderücken würde? Den Glanz der alten Kinderträume wieder wahr werden ließe?
„Karin? Was machst du? Du holst dir den Tod.“ Michaelas Stimme ließ sie zusammenfahren. Das traute Bild verblasste.
„Mensch, komm rein.“ Helga war auch in der offenen Tür erschienen.
„Schon gut, ich komme.“ Karin verdrängte die Gedanken und ging mit den beiden zurück ins Haus. Ließ sich in einen Sessel fallen. Das Geplapper der anderen nahm sie nur undeutlich wahr. Doch plötzlich drang eine zartklingende Melodie an ihr Ohr. Sie richtete sich auf, lauschte. „Hört ihr das?“
Alle waren aufgesprungen. Neujahr und Schneeflocke tanzten umher. „Endlich!“, rief Väterchen Frost. „Jetzt wird alles gut.“

 

 

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Adventskalender-Geschichte Türchen 21.

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