3. Türchen
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*Werbung* 5. Adventskalender-Geschichte 2022 Türchen 3.

 

Adventskalender-Geschichte Türchen 3.

 

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Hey, Hallo und schön, dass Ihr da seid.

Heute darf ich Euch das 3. Türchen präsentieren.⁠
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.
Eure Lesemamas

 

Das heutige Türchen 3. kommt von der Autorin Julia Rogasch

 

„Karin? Warte bitte! Ich will dir doch nichts Böses! Glaub mir“, klang es hinter ihr. Die Stimme hörte sich nicht bedrohlich an, aber was sollte das schon bedeuten? Noch immer hoffte Karin, dass gleich ihr Wecker klingeln würde, mit der ihr so vertrauten Melodie, und sie aufwachen und in ihrem warmen, kuscheligen Bett liegen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Vielmehr spürte sie kleine Äste, die sich wie Messerspitzen anfühlten und stolperte mehr als dass sie lief, als sie durch Unterholz und unwegsames Gelände stob mit dem Ziel, den Typen abzuhängen. Sie knickte immer wieder um und nur die Panik ließ sie die stechenden Schmerzen vergessen.
Sie traute sich nicht, sich umzudrehen, zu groß war die Angst, dass er schneller war als sie und schon direkt hinter ihr war.
Tränen vor Angst und Verzweiflung rannen ihr heiß über die Wangen. Die Intensität, mit der sie sie spürte, sprach dafür, dass das, was geschah, leider Realität war und kein böser Traum.
Sie rannte weiter, immer weiter, wie ferngesteuert. Noch hatte sie den Eindruck, auf dem richtigen Weg zu sein. Irgendwann wagte sie einen Blick über die Schulter. Dort sah sie niemanden und auch Schritte hörte sie nicht. Kurz blieb sie stehen und spürte neben ihrem pochenden Herzen auch das Pulsieren ihrer eiskalten Füße in den durchnässten Schuhen.
Sie atmete auf, auch wenn die Dunkelheit um sie herum noch immer bedrohlich war. Mittlerweile kam tatsächlich der Vollmond zum Vorschein und sie konnte ihre Umgebung ein wenig besser erkennen.
Karin setzte nur noch langsam einen Fuß vor den anderen und ihr Blick ging suchend durch den Winterwald. Dann stockte ihr der Atem.
Ob das, was sie jetzt in einiger Entfernung sah, ein Traum war? Sie kannte die Umgebung und wusste, dass hier weit und breit kein Haus stand. Ob es doch der Sturz war, der ihr Halluzinationen bescherte? Sie rieb sich die Augen, schloss sie für einen Moment und schlug sie wieder auf. Doch das, was sie eben gesehen hatte, blieb.
Wenige Meter entfernt leuchteten Lichter durch kleine Butzenfenster. Der Duft von brennendem Kaminholz zog ihr in die Nase und unweigerlich dachte Karin an früher. Der Kamin im Haus ihrer Großeltern war im Winter immer an gewesen und sorgte für Behaglichkeit. Wenn sie damals vom Spielen reinkam, hatte sie sofort ihre Handschuhe und die Stiefel ausgezogen und ihre kalten Hände und Füße vorm Feuer gewärmt. Dort wartete ihre Oma bereits mit einem Becher heißer Milch mit Honig und Vanillekeksen. Gedankenverloren seufzte Karin. Mit der Erinnerung an diese Zeit waren ihre Aufregung und ihre Angst plötzlich ganz verschwunden. Mit einem Mal fühlte sie sich weit entfernt von der Karin, die sie bis vor wenigen Minuten noch gewesen war. Sie fühlte sich wortwörtlich wie ein Kind an Weihnachten. Dann fiel es ihr ein: Schon damals hatte sie riesengroße Angst vor dem bärtigen Mann bekommen, der ihr an Heiligabend so viel erzählt hatte über sie, was er gar nicht hätte wissen können. Nicht zuletzt hatte er damals schon ihren Namen gekannt, als sie ihn zum ersten Mal sah. Das war ihr unheimlich vorgekommen. Aber dieser Mann hatte es nie böse mit ihr gemeint. Ihr wurde warm ums Herz und sie ging los. Jetzt war es nicht mehr die Sorge, die sie leitete, sondern der Klang sanfter Weihnachtsmelodien, die aus dem Haus zu ihr drangen, wo sie die Lichter sah und der Kaminduft herkam.
Und noch bevor sie die Tür erreicht hatte und darüber nachdenken konnte, ob das wirklich eine gute Idee war, öffnete sich die Tür, und im hellen Schein des Lichts, das von innen schien, stand eine Person.

 

 

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Adventskalender-Geschichte Türchen 3.

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