Buch-Aktionstag mit Michael Paul
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Buch-Aktionstag bei den Lesemamas mit dem Autor Michael Paul

Herzlich willkommen zum Buch-Aktionstag mit Michael Paul bei uns Lesemamas.

 

Wir wollen, wenn möglich, euch jeden Sonntag einen Autor / eine Autorin vorstellen. Es wird immer ein Buch des Autoren / der Autorin im Mittelpunkt stehen und die Person hinter dem Schreibenden.

 

Heute dürfen wir euch den Autor Michael Paul und sein Buch “Versteckt im Schwarzwald” vorstellen.

 

Viel Spaß beim lesen des Interviews und der Leseprobe.
Eure Lesemamas

 

 

Lieber Michael,
vielen Dank das du dich zu einem Interview bereit erklärt hast.
Erzähl uns doch zuallererst Mal, warum man dein Buch „Versteckt im Schwarzwald“ lesen sollte.
Eine gute Frage zu Beginn. Ich würde sagen, weil man gut unterhalten werden will. Dabei ein grundsätzliches Interesse an der Zeit hat, in der meine historischen Romane spielen (hier der Winter 1944) oder bereit ist, sich mal darauf einzulassen. Und nebenher auch noch etwas Neues zu erfahren.
Interessante Antwort, macht tatsächlich neugierig.
So soll es ja auch sein! 😉
Stimmt
Es sind ja keine “Kriegsromane”, aber spielen eben in der Zeit und setzen sich mit wahren Begebenheiten und Themen auseinander.

 

Wir würden gerne mehr über dich erfahren. Du bist ja nicht hauptberuflich Autor, dürfen wir erfahren was dein Brotjob ist?
Ich habe tatsächlich derzeit viele spannende Jobs. Ich bin Unternehmensberater, Mitarbeiter und Dozent an der Uni Freiburg, habe einen Lehrauftrag an der Hochschule Offenburg, bin Schriftsteller und mein eigener Verleger, ja mit einem eigenen Verlag.
Das Schreiben und der Verlag decken insgesamt so 50 % meiner Zeit ab, derzeit eher mehr, seit das neue Buch draußen ist.
Wow, das ist einiges.
Stimmt… Dazu Frau, Haus, Hunde, Kinder (und ein Enkelkind seit einem Jahr!)
Hey Glückwunsch zum Enkelkind.
Hihi, danke. Aurelia ist 1 Jahr als und unfassbar süß, ein großes Geschenk.

 

Ist das Schreiben von Büchern für dich Entspannung?
Nein, Entspannung kann man da nicht sagen. Es ist für mich sicher mein Hauptjob, wenn auch nicht finanziell gesehen. Es ist harte Arbeit, zumal ich ja von der Idee und der bei mir sehr intensiven Recherche bis zur Auslieferung an den Buchhandel und Lesungen alles selbst tue. Natürlich habe ich ein Team dahinter, das mit hilft.

 

Hast du bei all der ganzen Arbeit noch Zeit einem Hobby nachzugehen?
Ha ha, ich habe unseren Garten am Haus und den großen Garten vergessen, ein echtes Biotop… 😉 Mit dem Begriff “Hobby” konnte ich noch nie etwas anfangen. Ich tue ja den ganzen Tag mit Leidenschaft, was ich liebe. Das Schreiben, Haus, Garten, die Dozententätigkeit, alles was mit dem Verlag zu tun hat, das Marketing etc. Da brauche ich keine Extra-Schublade “Hobby”.
Mit der Schublade hast du allerdings recht.

 

Welches Buch hast Du zuletzt gelesen, also keine Bücher zur
Recherche? Oder kommst du nicht zum Lesen.
Ja, das ist lustig. Viele denken, wer schreibt, muss auch viel lesen. Das stimmt auch, aber natürlich lese ich enorm viel Fachbücher zur Recherche, Biografien etc. Romane lese ich eher im Urlaub.  Mein letztes Buch war “Der Buchspazierer” von Carsten Henn. Ein schöne Geschichte. Nun habe ich mit “Bühlerhöhe” angefangen von Brigitte Glaser. Da steckt aber auch ein wenig Rechercheinteresse dahinter.
Tatsächlich bin ich nicht davon überzeugt das Autoren viel lesen außer um zu Recherchieren.
Der Tag hat nur 24 Stunden… Und als Schriftsteller kann man ja leider auch nicht ganz unbefreit einen anderen Roman lesen. Irgendwie läuft da immer das Analyseprogramm bei mir mit ab. Wie funktioniert der Spannungsbogen? Wie sind die Figuren aufgebaut? Plotpoints etc. Das macht den reinen Lesegenuss schwerer.
Der Buchspazierer ist eines der Bücher, die ich auch noch lesen will. Soll sehr gut sein.
Es ist eine schöne, unbeschwerte Geschichte für zwischendurch, wirklich was zur Entspannung.

 

Jetzt kommen drei entweder oder Fragen.
Wein oder Bier?
Rotwein, Italien, bevorzugt Primitivo und/oder aus der Toskana.

 

Warm oder kalt?
Warm, wenn nicht über 28 Grad… 😉

 

Süß oder sauer?
Süß…

 

Wenn du nur noch ein Lebensmittel für den Rest deines Lebens essen könntest, welches wäre das?
Ich befürchte, Kaffee (und würde dabei verhungern… 😉

 

Was wäre eine Sache, die du mir beibringen könntest?
Hm… Ich weiß ja, nicht, was dich interessiert und du kannst. Was ich sehr gut kann, ist Projekte und Ideen zu entwickeln, zu planen und sehr gut zu strukturieren, um sie umzusetzen. Dabei aber immer mit viel Freiheit und Kreativitässpielraum. Das gilt für meine Romane ebenso wie meine Vorlesungen und meine Beratung.
Strukturieren klingt gut.
Das liegt mir, ist aber auch unbedingt für meine Buchprojekte notwendig. Für ein neues Buchprojekt, dass ich wegen dem Umfang wohl erst in 2, 3 Jahren schreiben kann, muss ich noch über 60000 Dokumente (Fundstücke aus Archiven) sichten und auswerten. Ohne Struktur geht da gar nichts.
MIndmap, Datenbank, da hilft dann auch die Technik, einen Überblick zu behalten.
60000 Dokumente 😲
Ja, aus dem Reemtsma-Archiv in Hamburg, Hist. Archiv der Deutschen Bank in Frankfurt, Stadt- und Staatsarchiv. Für einen biografischen Roman in der Zeit von 1920 bis 1956 ..
Vorher kommt aber noch ein neuer Fall meiner blinden Protagonistin in meiner Thriller Reihe, Nachfolger von Tabun.
Du hängst dich wirklich in deine Projekte rein. Gut für die Leser*innen
Ja, die Recherche ist gerade bei den historischen Romanen sehr wichtig. Das muss einfach auch historisch stimmen. Und man hat da auch eine Verantwortung als Autor. Ich rede ja noch oft mit Zeitzeugen. Da darf man die wahren Begebenheiten nicht verbiegen, nur weil es besser in eine Geschichte passt. Es muss andersherum sein. Die fiktive Geschichte muss zu den wahren Begebenheiten passen, so als hätte es genauso hätte passieren können.

 

Jetzt hast du es gleich geschafft 😉 Nur noch zwei Fragen.
Welche persönliche Frage würdest du mir gerne stellen?
Hardcover oder E-Book? 😉
Puh, schwere Frage. Eigentlich bin ich ein Freund von Hardcover da ich einfach das haptische liebe, aber im Bett oder Urlaub sind E-Books praktischer.
So ist das wohl. Aber ich mag keine Ebooks, das sind für mich seelenlose Dateien. Auch wenn es manchmal praktisch ist.
Deshalb mag ich auch lieber Hardcover.
Und ach ja, du hast mir verraten, dass du auch aus Lahr kommst. Warum bist du weggezogen? Ist doch so schön hier!
Eigentlich nur eine Frage 😉 Wirklich ein spannender Zufall das wir zwei aus demselben Ort kommen. Ich bin wegen der Arbeit weggezogen, ich wurde versetzt in die Heimat meines Vaters nach Bayern.
Das ist bitter… 😂😂😂
Für mich ist es nicht bitter habe ich hier doch meinen Mann kennengelernt und einen wundervollen Sohn bekommen. 😉 Allerdings fehlt mir der Schwarzwald schon von der Gegend her.

 

Weißt du noch, wie du auf uns Lesemamas aufmerksam wurdest?
Ja, über eine Buchbloggerin.
Du meinst Karin Fortin, oder?
Mit ihr und Helga betreibe ich zusammen den Buchblog.
Das finde ich klasse.
Wir sind quasi ein Familienblog 😉 Karin ist meine Tante und Helga meine Mutter.
Cool

 

Vielen Dank lieber Michael, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast.

 

Wir Lesemamas wünschen dir noch ein schönes Wochenende.

 

 

Würdest du uns noch eine kleine Leseprobe von „Versteckt im Schwarzwald“ für unsere Leser zur Verfügung stellen?

 

Die Leseprobe ist 24 Seiten lang 😉
weswegen ihr die ganze auf der folgenden Internetseite, unter dem Begriff Presse, findet:
https://www.michael-paul.eu/presse/

 

Versteckt im Schwarzwald
Michael Paul
Ihre Verzweiflung hallte ein weiteres Mal den
langen, hohen Gang des Heims entlang. Nur eine
Frau konnte trotz vollkommener Erschöpfung aus
tiefstem Inneren so kräftig und schmerzvoll
zugleich schreien. Dabei waren diese Schreie an
sich im Heim ›Schwarzwald‹ nichts Ungewöhnliches.
Dafür war das Lebensborn-Heim in Nordrach
von der SS eingerichtet worden: um Kinder zur
Welt zu bringen. Heime des SS-Lebensborn Vereins im ganzen Reich, von Österreich bis
Norwegen, kümmerten sich darum, dass deutsche
Frauen uneheliche Kinder arischen Blutes zur
Welt bringen konnten, statt sie heimlich
abzutreiben. Oder aber dass Kinder aus dem
Osten, die wenigstens arisch aussahen, ihren
Eltern entrissen und umerzogen, »arisiert« wurden. Die Herrenrasse brauchte mehr
Nachwuchs! Dafür war jedes Mittel recht. Und
manche Mutter war froh, in einem Heim fern der
Heimat Hilfe zu bekommen, um möglichst
unentdeckt entbinden zu können. So war es auch
in diesem Fall.
Doch diese Geburt verlief nicht reibungslos wie
sonst bisher alle Geburten in dem Heim. Selbst
Gertrud Dörflinger, die Hebamme, die schon
unzähligen Kindern auf die Welt geholfen hatte,
war überrascht worden. Natürlich hatte sie die
komplizierte Steißlage schon vor Wochen
festgestellt, war aber überzeugt gewesen, dass sich
das Kind mit ihrer Hilfe noch drehen lassen
würde. Doch dann hatten bei Irene Hartwig
plötzlich die Wehen eingesetzt und die
Fruchtblase war geplatzt, viel zu früh, zur
falschen Zeit. Sonst wäre Dr. Feger, der
Bereitschaftsarzt aus Zell, an diesem Nachmittag
im Oktober 1944 sicher im Heim geblieben. Er war
der Einzige, der im Ernstfall das Leben von
Mutter und Kind mit einem Kaiserschnitt retten
konnte. Seine Diagnose hatte die Einschätzung der
erfahrenen Geburtshelferin bestätigt, dass bis zur
Geburt noch gut zwei oder drei Wochen Zeit
waren. Angesichts der gefährlichen Lage des
Fötus kam auch eine sonst angezeigte
Zangengeburt nicht infrage. Die Hebamme
drückte nach dem Nachlassen der letzten Wehe
das Hörrohr auf den Bauch der Frau.
Marie Heumann, die junge Krankenschwester,
die Irene Hartwig die letzten Wochen betreut
hatte, saß am Kopfende der Liege und tupfte mit
einem kühlen, feuchten Tuch den Schweiß von
Irenes rot angelaufenem Gesicht ab. Durch den
Druck waren sämtliche Äderchen in den Augen
geplatzt und ihre Augäpfel blutrot. Marie hob
Irenes Oberkörper sanft an und zog das Kissen
zurecht.

 

 

Durch Zufall haben, Michael Paul und ich (Michaela) festgestellt, dass wir aus der selben Heimatstadt kommen. Deshalb muss ich natürlich unbedingt Werbung für seine erste Lesung zum neuen Buch machen 😉

 

Am:

 

05.04.2022 um 19:00

 

findet in unserer Heimatstadt

 

77933 Lahr

 

im Saal im Alten Rathaus

 

Die Premierelesung zu “Versteckt im Schwarzwald” statt.

 

Anmerkung des Autors:
Die erste Lesung zum neuen Roman findet traditionell in Lahr statt. Wieder wie gewohnt spannend und abwechslungsreich!

 

Weitere Termine findet ihr unter:
https://www.michael-paul.eu/termine/

 

 

 

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