Adventskalendergeschichte
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Werbung 4. Adventskalendergeschichte 2021 Türchen 17

 

Adventskalendergeschichte

 

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Hey, Hallo und schön, dass Ihr da seid.

 

Mit dem 17. Türchen neigt sich die Geschichte leider schon dem Ende zu.
Aber eine Woche haben wir ja noch 😉
Das heutige Türchen 17.12.2021 kommt von Autorin Sandra Karin Foltin

 

Türchen 17
„Na dann mal los! Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, flüsterte er mir wieder zu und zwinkert erneut.
Michaela, Marion, Helga, Karin und all die anderen lieben Menschen auf dieser Straße verstummen. Alle Geräusche scheinen auf einmal verschwunden zu sein. Die Stille, die dadurch entsteht, ist beinah greifbar. Erwartungsvoll sehen sie den Mann und mich an. Sie scheinen auf ein Signal zu warten.
Einen Augenblick werfe ich meinen Freundinnen einen fragenden Blick zu und zucke mit den Schultern. Meine Gedanken rasen um das eine Thema: Wie kann ich die Liebe mit der Magie des Steines verbinden? Ich fühle ganz genau, dass dies der richtige Weg sein muss. Wenn mir das gelingt, kann ich aus dem Theaterstück mehr machen, als einfach nur eine Aufführung. Wenn mir das gelingt, dann wird dieses Theaterstück wie ein Licht erstrahlen und die Welt ein Stückchen heller machen. „Ist das nicht der wahre Gedanke von Weihnachten?“, flüstere ich gedankenverloren. Während die ersten Handlungen des Stückes in meinem Geist bereits Gestalt annehmen, werde ich durch eine Bewegung abgelenkt, die ich aus dem Augenwinkel wahrnehme.
Plötzlich sind die Geräusche wieder da, leises Gemurmel von Michaela und den anderen, Wind, der die Blätter eines Baumes rascheln lässt.
Ich drehe den Kopf, um herauszufinden, was meine Aufmerksamkeit erregt hat.
Es ist eine alte Frau, die weit nach vorn gebeugt am Straßenrand entlang geht, als würde ein steifer Wind wehen. Sie ist in dicke graue Tücher gewickelt, eins ist über den Kopf gezogen. Auf einmal ist es sehr kalt und der Atem steht als kleine Wolke vor ihr.
Überrascht sehe ich den Mann neben mir an.
Doch der lächelt wissend und seine Augen blitzen.
Die Kälte kriecht auch zu mir, scheint mich zu durchdringen, legt sich schwer auf mich. „Ist es gerade dunkler geworden?“, frage ich verblüfft und reibe fröstelnd meine Oberarme.
Michaela, Marion, Helga und Karin nicken, ebenfalls frierend. Ihre Atemwolken steigen gen Himmel, bevor sie sich in nichts auflösen.
Die alte Frau kommt langsam näher. Sie ist schrecklich blass und alle Farben an ihr wirken gedämpft. Schritt für Schritt kommt sie auf uns zu. Um sie herum werden die bunten Farben blasser, verwandeln sich in Grau.
Meine ganze Weihnachtsstimmung ist auf einmal weg,  jede Motivation an dem Stück zu arbeiten schwindet dahin. Ich zittere, nicht nur vor Kälte. „Wo ist die ganze Magie des Steines hin?“ Diesmal klingt mein Flüstern heiser. Verzweifelt ziehe ich den roten Stein aus meiner Tasche und hebe ihn vor meine Augen. Sein Rot verändert sich nicht, er glänzt und glitzert unverdrossen weiter. „Hilf mir! Ich weiß nicht, was hier los ist, aber wir wollten doch deine Magie für Weihnachten nutzen, alles ein bisschen besser machen! Was können wir tun?“
Ein schwacher Lichtblitz verlässt den Stein und trifft die Frau an der Schulter. Dort, wo der Strahl sie berührt hat, leuchtet ihr Schal einen Augenblick in einem warmen Grün.
„Es hat also etwas mit der Frau zu tun!“, murmele ich. Und als ich noch überlege, was ich tun kann, löst sich plötzlich ein kleines Mädchen aus der Menge und geht zu der Frau.
Hey, so eine Jacke hatte ich in ihrem Alter auch!, geht mir durch den Kopf. Genauso eine … ganz genau.
Das Mädchen hat keine Scheu und spricht die Alte einfach an: „Hallo! Wir versuchen der da …“, sie zeigt auf mich, „… zu helfen, ein tolles Theaterstück über die wahrhaft wichtigen Dinge zu Weihnachten zu schreiben. Hast du Lust, uns zu helfen?“
Verblüfft sieht die alte Frau auf. „Meinst du mich?“ Als das Mädchen nickt, verziehen sich die Falten in ihrem Gesicht zu einem Lächeln. Schließlich nickt sie ebenfalls und ergreift die Hand der Kleinen. Ihre eigene Hand wird rosa, der Ärmel ihrer zerschlissenen Jacke wird blau. Langsam, Stück für Stück läuft die Farbe zurück in ihren gesamten Körper.
Erleichtert merken wir anderen, wie es wieder deutlich wärmer wird. Michaela, Marion, Helga, Karin und all die anderen lieben Menschen auf dieser Straße umringen das Mädchen mit der alten Frau und begrüßen diese freundlich. Schon ist die Weihnachtstimmung wieder da.
Ich schaue auf den roten Stein in meiner Hand. „Ich glaube, ich habe dich verstanden! Das muss auch ins Stück: Niemand sollte einsam sein!“

 

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