Adventskalendergeschichte
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Werbung 4. Adventskalendergeschichte 2021 Türchen 3

 

Adventskalendergeschichte

 

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Hey, Hallo und schön, dass Ihr da seid.

 

Heute darf ich Euch das 3. Türchen präsentieren.⁠
Das heutige Türchen 03.12.2021 kommt von Carolin Sandner Autorin

 

Türchen 3
Michaelas Lächeln hatte eine beruhigende Wirkung auf mich und ein warmes, weiches Gefühl breitete sich in meinem Bauch aus. Mit einem Mal spürte ich, dass ich dieses Stück würde schreiben können. Nur, wovon sollte es handeln? Was bedeutete Weihnachten eigentlich für mich?
Ich rutschte auf dem Sofa hin und her, dann umfassten meine eisigen Finger die bunte Tasse mit dem wärmenden Kakao. Vorsichtig nahm ich einen Schluck, lehnte mich zurück, schloss meine Augen und wanderte gedanklich in meine Kindheit zurück …
Heiligabend … Jahr für Jahr erwachte ich mit dieser kribbeligen, vorfreudigen Unruhe. Nicht mehr lang und dann würde sich unser Haus mit Besuch füllen. Oma, Opa und auch mein Onkel und meine Tante würden kommen und mit uns dieses wunderbare Weihnachtsessen zelebrieren, dessen verführerische Düfte schon frühmorgens in meine Nase zogen. Meine Mutter war mehr als genervt vom Kochen, Putzen und dem Besorgen und Verpacken von gefühlt fünf Dutzend Geschenken. Mein Vater hingegen war bester Laune. Fröhlich legte er weihnachtliche Schallplatten auf und sang laut dröhnend mit, während er meist vergeblich versuchte, den Baum in den Ständer zu zwängen und ihm die Christbaumspitze aufzusetzen.
Im Laufe des Tages steigerte sich unser aller Unruhe bis ins Unermessliche. Da halfen auch Schneespaziergänge mit dem inzwischen eingetrudelten Besuch und Trickfilme im Fernsehen nicht mehr viel. Die Nerven waren bei uns Kindern bis zum Zerreißen gespannt und lagen bei den Erwachsenen irgendwann völlig blank.
Kurz bevor die Stimmung zu kippen drohte, ertönte dann meist das ersehnte Glöckchen. Ein todsicherer Hinweis darauf, dass das Christkind nun endlich den Weg auch in unser Haus gefunden hatte.
Und wirklich, ein festlich strahlendes Wohnzimmer mit einem guten Essen auf dem Tisch und ein Christbaum zum Niederknien mit Bergen von Geschenken davor machten all das Warten und die Ungeduld, ach was sag ich, im Grunde sogar für einen kurzen kleinen Moment sogar das Leid der Welt wieder wett.
Nach dem Essen – natürlich nur, um uns Kinder noch weiter auf die Folter zu spannen – begannen die Erwachsenen dann zu singen. Mehrstimmig und im Kanon. Hier wurde geklotzt, nicht gekleckert. Und mein Blick wanderte immer wieder zu den Geschenken herüber. War die ersehnte Barbie dabei? Gab es das Hörspiel, das ich mir so gewünscht hatte? Oder verbargen sich unter all den glitzernden und schillernden Einwickelpapieren doch wieder nur die langweiligen Socken und Schlafanzüge? Und hinterher, wenn alles ausgepackt war, saßen wir noch lange, vereint in dieser ganz besonderen Weihnachtsstimmung zusammen und erzählten, lachten und zeigten einander die Geschenke, die das Christkind uns gebracht hatte.
Selig lächelnd begab ich mich ganz langsam vom Weihnachten meiner Kindheit zurück ins Hier und Jetzt, spürte tief in mich hinein und empfand – Liebe.
„Michaela, ich schreibe das Stück“, verkündete ich hoffnungsvoll.
„Und es wird von Liebe handeln.“

 

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