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Werbung “Interview von Karin mit der Autorin Mignon Kleinbek”

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Interview von Karin mit der Autorin Mignon Kleinbek

Seite von Mignon Kleinbek

pinguletta Verlag

 

Unsere Karin ist bekennender Fan von Mignon Kleinbek, und hat die Gelegenheit genutzt,
nach bekanntwerden der Filmrechte für die Trilogie von Wintertöchter,
ein Interview mit Mignon Kleinbek zu führen.

 

Offizielle Quelle: Frau Mitschele Fotografie

 

Hast du bestimmte Schreibrituale, wenn ja, welche?
Nach fünf Jahren liegen die Nachtschreibezeiten hinter mir. Ich stelle meinen Rhythmus grad auf Tag um. Aber ich gestehe – ich vermisse diese ruhigen Stunden zwischen Abend und Morgengrauen. 😊
Am zuverlässigsten Klappern die Tasten auf meiner kleinen Terrasse; auch wenn jetzt im Herbst die Zitronenbäume näher an den Tisch und unters Dach gerückt sind. Ich muss mich halt wieder wärmer anziehen. Hauptsache, ich habe Grün um mich, ein paar Stunden Ruhe, meinen Laptop und genügend Kaffee. Mehr brauche ich nicht.

 

So arbeite ich draußen, wenns kalt ist 😊

Quelle: Mignon Kleinbek

 

Wie würde der erste Satz in deiner Biografie lauten?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Falls jemand mal eine über mich verfasst, steht da hoffentlich: Mignon hat nie aufgehört zu träumen. Oder auch: Nichts ist unmöglich. Sie hat immer daran geglaubt.
Für den einen ist es der Glaube ans Universum, für den anderen an Zufall oder auch Schicksal. Für mich ist es der Glaube an Gott. Er lenkt meine Wege, wie es gut für mich ist. Darum findet Glauben – im weitesten Sinn Religion oder auch das Wissen um eine höhere Macht – stets Eingang in meine Erzählungen.

 

Wenn man deine Bücher, speziell die Wintertöchter liest, merkt man sofort, dass darin viel Herzblut steckt. Wie bist du auf die Idee gekommen?
Es gab keinen Tag X.  Die Idee formte sich, während ich an meinen Büchern über Rheuma arbeitete. Ich wollte mich an einem Roman auszuprobieren. Zuerst war da der Wunsch, eine Generationengeschichte zu schreiben, eine Mutter-Töchter-Beziehung darzustellen. Daraus formte sich Anna, die Protagonistin der Wintertöchter- Saga. Der Rest ergab sich.
Sobald ich eine Grundidee habe, die mich fesselt, baue ich sie im Kopf aus, bis der grobe Rahmen steht. Dann lege ich los.
Witzigerweise sagte mein Sohn damals zu mir: Mama, du musst etwas schreiben, was mehr Leute interessiert. Nun ja. Er hat recht behalten.

 

Wie schwer waren die Recherchen in der Forstau?
Vieles in der Forstau habe ich über Jahre immer wieder selbst gesehen und erlebt. Eine gewisse Prägung in Form von Erinnerungen an Örtlichkeiten oder Atmosphäre war also durchaus vorhanden. Als es ans Eingemachte ging, habe ich Kartenmaterial, Ortsnachrichtenblätter und private Fotos zu Hilfe genommen. Manche Wege bin ich noch einmal abgegangen, um das Gespür für Entfernungen und Blickwinkel zu bekommen. Ungemein hilfreich waren persönliche Berichte einiger Dorfbewohner aus früheren Zeiten.

 

Waren die Forstauer einverstanden, dass ihr Ort als Vorlage für deine Bücher verwendet wird?
Als die Idee manifest war und lange bevor ich mit dem Schreiben begann, nahm ich Kontakt zum Ortsvorsteher auf. Er hat das Vorhaben begrüßt und mich mit Informationsmaterial großartig unterstützt – wie andere Ortsansässige übrigens auch. Dass die Trilogie derart durch die Decke geht … das konnte zu dem Zeitpunkt niemand ahnen.
Im Großen und Ganzen erfahren die Bücher in der Forstau eine schöne Akzeptanz und selbstverständlich benutzte ich weder Personen oder gar Namen als Vorlage. Das verbietet sich – klar. Sicherlich gibt es den einen oder anderen, der das kritisch betrachtet. Aber die Erzählung ist trotz der realen Örtlichkeit fiktiv. Und wenn sich ein Leser verführen lässt, deshalb die Forstau zu besuchen, halte ich das für durchaus positiv. Ganz sicher dient es dem Tourismus, der ja ein Standbein der Forstau ist.

 

Die Wintertöchter sind immer noch mein persönliches Lesehighlight. Das Potenzial zur Verfilmung war auf jeden Fall gegeben. Wie geht es Dir jetzt, wo dein Traum in Erfüllung geht?
Ich kneife mich jeden Tag. Man gewöhnt sich nur schwer an den Gedanken. Das vorherrschende Gefühl ist Dankbarkeit. Ich empfinde es als große Ehre, meine Romantrilogie auf die Literaturverfilmung von Hermann Hesses ‚Narziss und Goldmund‘ folgen zu sehen.

 

 

Wintertöchter_Pressemitteilung_Filmrechte-1

 

Was hast du gerade gemacht, als du die Nachricht bekommen hast und wie hat dein Umfeld reagiert?
Den Tag, es war im Juli, verbrachte ich mit meinem Mann am Baggersee, als mein Handy klingelte. Meine Verlegerin sagte: „Sitzt du? Es ist passiert.“  Ich saß. Aber als sie mit der Botschaft herausplatzte, musste ich mich erstmal auf der Liege ablegen. Ich war sprachlos, und das passiert mir selten. Mein Mann telefonierte grad auch. Ich gestikulierte wie eine Verrückte, aber er hat so schnell nicht verstanden, was ich ihm sagen wollte.
Nach dem Telefonat habe ich gleichzeitig geheult und gelacht. Schließlich ist Tempest-Film keine kleine Nummer. Die haben großartige Filme gedreht.
Die Menschen um mich herum freuen sich mit. Wer mir nahe steht, der weiß, wieviel Zeit und Arbeit in den Wintertöchtern steckt. Natürlich gibt es Kritiker. Die gibt‘s immer. Ganz ehrlich: Es ist mir wurscht, was sie über mich denken. Ein renommiertes Filminstitut hat meine Anna-Hohleitner-Geschichte für wert erachtet. Das genügt.

 

Ich selbst wünsche mir, dass der Film nahe an den Büchern ist und nicht allzu viel weggelassen oder gestrichen wird. Was ist deine Meinung dazu?
Das wünsche ich mir natürlich ebenfalls. Wobei klar ist, dass man 1000 Seiten, beziehungsweise drei Bücher, nicht komplett in einen Film packen kann. Sicher werden Handlungsstränge herausgegriffen und andere wegfallen. Ganz bestimmt wird der Roman mächtig gekürzt. Aber da ich das Drehbuch nicht schreiben muss – was ich auch nicht könnte, geschweige denn will – vertraue ich den Fachleuten und deren Know-how. Die wissen, was einen guten Film ausmacht.
Meine Arbeit ist getan. Was jetzt kommt, liegt nicht mehr in meiner Verantwortung. Ich werde mich da nicht einmischen.
Interpretation ist Ansichtssache. Die gestehe ich jedem Leser, Hörbuchsprecher und Filmemacher zu.

 

Vielen lieben Dank, liebe Mignon, dass du dir die Zeit genommen hast und mir Rede und Antwort gestanden hast.
Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher von dir.
Ich habe zu danken, und sehr gern!
Ein neues Projekt ist auf dem Weg. Ich bin riesig gespannt, ob die Leser den Schwenk ins Genre modernes Märchen mitgehen.
Danach wird eine in sich abgeschlossene Fortsetzung der Wintertöchter folgen. Der Arbeitstitel lautet ‚Flusskinder‘. So ist es jedenfalls geplant. Man wird sehen …
Jedenfalls gehen mir die Ideen nicht aus. Und ich finde, Anna Hohleitners Gabe verdient eine Fortführung in die nächste Generation.

 

 

 

 

 

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