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Rezension / Werbung “Inselküsse” von Evelyn Kühne

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Inselküsse: Ein Ostseeroman ist im Juni 2019 von Evelyn Kühne bei Forever erschienen.

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Evelyn Kühne

Forever by Ullstein

 

Inhalt:

Marie lebt zusammen mit ihrer Tochter Karoline, 14 Jahre, und ihren Zwillingen Til und Ole, 9 Jahre alt, in einem Mehrfamilienhaus in Berlin. Der neue Besitzer des Hauses will das ganze Gebäude renovieren und die Wohnungen dann wieder teuer vermieten. Marie, Ruth ihre 78-jährige Nachbarin, und noch zwei andere Mietparteien sind die letzten, die durch die Schikane wie Strom oder Wasserausfall (Sind manche Hausbesitzer echt so skrupellos?) noch nicht vertrieben wurden, was aber nicht mehr lange gehen wird, da die Mieten nach dem Umbau zu hoch würden. Maries einzige Chance wäre ein großer Auftrag eines Hotels, dessen Inhaberin auf Rügen ein neues Hotel eröffnet, und gerne Maries Keramik in den Badezimmern hätte. Es hätte alles so schön sein können, wäre da nicht die Katastrophe mit der Werkstatt passiert.

 

Meine Meinung:

Ich kenne die Autorin schon seit längerem von Facebook, hatte sie auch dieses Jahr auf der LBM getroffen, aber „Asche auf mein Haupt“ bisher noch kein Buch von ihr gelesen gehabt. Das wird sich nach diesem Buch aber ganz sicher ändern. Die anderen Bücher werde ich auf alle Fälle nach und nach lesen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und heimelig. Beim Lesen fühlte es sich für mich total gemütlich an, wie heim kommen eben. Viele Situationen sind vorhersehbar, aber nicht weniger lesenswert deswegen. Marie erlebt den ganz normalen Wahnsinn einer alleinerziehenden Mutter mit einer pubertierenden Tochter, allerdings sind da auch noch die Zwillinge, die das mit dem Pubertier nicht ganz so einfach machen. Ich konnte die Handlungen von Marie bezüglich der Kinder immer sehr gut nachvollziehen. Bisher hatte Marie ja mit ihren Männern nicht gerade Glück, genau so wenig mit ihrem kleinen Laden, weswegen ich mich riesig gefreut habe als sie den Auftrag von der Hotelbesitzerin bekam. Das ausgerechnet Ruth ein Haus auf Rügen geerbt hat ist natürlich für alle beteiligten ein glücklicher Umstand, aber auch mit vielen Überlegungen verbunden. Es ist ja nicht unbedingt leicht Kinder davon zu überzeugen von der großen Stadt Berlin auf eine Insel zu ziehen. Die Reaktion von Maries Tochter Karoline kann ich deshalb sehr gut verstehen. Ich habe Maries Emotionen total nachvollziehen können und teilweise auch mitempfunden. Es fällt mir gerade echt schwer die Gefühle, welche ich beim Lesen empfunden habe, in Worte zu fassen. Die Protagonisten und ihre Gefühle wurden sehr gut beschrieben, auch die Insel Rügen mit ihren, zum Teil, kleinen Ortschaften hat durch dieses Buch durchaus seinen Reiz. So wie es scheint ist Rügen tatsächlich eine Reise wert. Ruth ist eine Seele von Mensch mit sehr viel Feingefühl. Ihre Ratschläge an Marie und die Kinder treffen oft auf fruchtbaren Boden. Bei ihr merkt man einfach die Weisheit des Alters. Die Jungs von Marie sind zwar Zwillinge aber total unterschiedlich. Ole, der ruhige, der Tröster, der am liebsten Geige spielen gelernt hätte und seine Nachmittage in der Bibliothek mit Lesen verbringt und so in andere Welten abtaucht. Til, der unruhige, der nicht stillsitzen kann und immer Bewegung braucht, der am liebsten ständig nur Fußball spielen würde und Hausaufgaben für unnötig hält.
Karo ist zum Teil ziemlich unfair zu ihrer Mutter, eben typisch Pubertät würde ich sagen. Der Vater von Karoline ist einfach nur schrecklich weswegen Marie echt froh sein kann den los zu sein. Christian meistert seinen Alltag als alleinerziehender Vater zweier Jungs sehr gut, leider mischt sich seine Mutter zu sehr in sein Leben ein. Auch die Nachbarn sind passend beschrieben, genau so stellt man sich seine Nachbarn vor, wenn man in einem kleinen Dorf wohnt. Der Elektriker Heiner ist ein Sch… und seine Frau, die schwer krank ist, kann einem nur leidtun. Karl, der alte Seebär, bringt Ruth doch tatsächlich dazu rot zu werden. In der geheimnisvollen jungen Nachbarin findet Marie eine Freundin, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Geschichte ist eine Berg und Talfahrt im Bereich Gefühle und dem maroden Haus auf Rügen. Die Seebrücke auf Rügen, die neue Rügenbrücke oder die Stände an denen Marie mit ihren Kindern war lassen bei mir direkt die Sehnsucht nach dem Meer aufkommen. Wie Evelyn Kühne so schwierige Themen wie Existenzangst, Wohnungsnot in großen Städten, die hohen Mieten, Altersarmut oder die Probleme alleinerziehender Eltern in ihre Geschichte einbindet finde ich echt bemerkenswert.

 

Fazit:

Ich konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen, aber auch ein Leser muss mal schlafen 😉.
Einen einzigen negativen Punkt habe ich gefunden. Die großen Sprünge von zum Teil mehrere Monaten waren manchmal verwirrend, da hätte ich mir alles etwas ausführlicher gewünscht. Potenzial wäre dazu genügend da.
Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen der einfach mal die Seele baumeln lassen will, und sich mit Inselküsse von Evelyn Kühne auf die Insel Rügen entführen lassen möchte. Auf keinen Fall ist dieses Buch nur eine Strandlektüre. Verdiente 5* und eine klare Leseempfehlung von mir.

 

Inselküsse von Evelyn Kühne

Produktinformation
Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 2415 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 296 Seiten
Verlag: Forever (3. Juni 2019)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B07LGF1LWT
Preis: 4.99 Euro
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Forever (26. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958183786
ISBN-13: 978-3958183780
Preis: 14.00 Euro

Klappentext:
Sonne, Meer und Rügen
Die 43-jährige Marie ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Mit ihren Töpferarbeiten und einem Nebenjob schafft sie es kaum, die Miete für ihre kleine Wohnung zu verdienen. Trotzdem findet sie die Zeit, sich um ihre kranke Nachbarin Ruth zu kümmern. Doch als ihr Wohnhaus plötzlich verkauft wird, drohen Sanierungen und eine saftige Mieterhöhung. Zum Glück hat Ruth eine Idee: Sie besitzt ein Haus auf Rügen und lädt Marie ein, zusammen mit ihr und den Kindern dort einzuziehen. Als Marie jedoch sieht, in welch schlechtem Zustand das Haus ist, will sie am liebsten wieder umkehren. Wäre da nicht der sympathische Tischler Christian, der ihr hilft, das Haus zu renovieren. Auch Maries Leben könnte einen neuen Anstrich gebrauchen. Doch sie ist sich nicht sicher, ob sie dieser Aufgabe schon gewachsen ist …

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